Elefanten brauchen Korridore

Elefanten brauchen Korridore

In den Ländern Ostafrikas erstrecken sich die Schutzgebiete und Nationalparks über große Teile der Länder. Ganze Regionen sind nicht erschlossen und wurden in Nationalparkflächen umgewandelt. Insgesamt sind in Tansania, Kenia und Uganda etwa 20% der Landesflächen geschützt auf denen Elefanten und andere wilde Tiere leben können. Verglichen mit Deutschland sind diese Gebiete enorm groß, denn blickt man auf die 16 deutschen Nationalparks kommt man gerade mal auf einen Flächenanteil von 0,60%.

Die Nationalparks sind wie Inseln

Dennoch sind die Nationalparks in Tansania für die Elefantenpopulation wie kleine Inseln. Die Zunahme der Bevölkerung, das rasante Entstehen von stark befahrenen Straßen und der Landhunger für den Bau neuer Wohnhäuser oder Weideflächen verschieben die Nationalparkgrenzen nach innen. Besonders die Tierpopulation der kleineren Nationalparks leiden darunter. Denn oft ist die Vegetation oder das Wasser nicht ganzjährig vorhanden oder eine Überschwemmung zwingt die Tiere weiter zu wandern.  So zum Beispiel ziehen die Elefanten in der Regenzeit vom Amboseli Nationalpark auf die trockenen Ausläufer des Kilimanjaro und weiter zum Nationalpark Mount Meru. Aber hier lauern Gefahren.

Für Mensch und Tier

Denn leider gibt es kaum Pufferzonen zwischen den Nationalparks und den Dörfern. Und es fehlt an ausreichend großen Korridoren für diese Wanderungen.  Korridore sind extrem wichtig und schützen die Menschen und die Tiere. Verständlich ist, dass die Elefanten extrem nervös sind, wenn Sie sich auf den Weg machen. Parallel gerät auch schon mal ein ganzes Dorf in Aufruhr, wenn die ersehnte Ernte wieder mal von einer Herde Elefanten zerstört wurde.
Nachhaltigkeit der Nationalparks
Das Konzept der Korridore ist eine Grundlage um die Nationalparks miteinander zu verbinden. Es schafft auf natürliche Weise Wege auf denen die Elefanten und anderen Tieren wandern können. Zum Beispiel schützt ein Zaun mit Bienen-Körben (Link) ein Dorf vor Elefanten und sichert somit die Ernten. Allein das Summen der Bienen alarmiert die Elefanten. Auch das Anpflanzen bestimmter Pflanzenarten kann Tiere leiten und Pufferzonen zwischen Nationalparks und bewohnten ländlichen Gebieten sind keine Neuerfindung.

Gesunder Austausch der Gene

Um über Generationen und auch noch in 100 Jahren eine gesunde Elefantenpopulation aufrecht zu erhalten die auch in extrem trockenen Perioden überleben kann, brauchen die Tiere Ausweichmöglichkeiten. Dies erfordert ein Afrikaweit durchlaufendes Netz von Korridoren zwischen den Nationalparks und den Schutzgebieten. Wie in diesem Film (Link) gezeigt wird, haben sich die Elefanten teilweise schon angepasst, Sie wandern in der Nacht statt am Tag um sicherer in den nächsten Nationalpark zukommen. Dennoch muss das Konzept der Korridore, wie es von Biologen und Wissenschaftlern des Amboseli Nationalpark ins Leben gerufen wurde, weiterverfolgt und ausgebaut werden.

Wo sind die meisten Elefanten?

Heute sind in Tansania die meisten Elefanten im Tarangire Nationalpark zu sehen. Die Population ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Jeder Besucher kann Herden von 20 bis zu 60 Elefanten beobachten. Die Tiere sind gelassen und zur Freude der Safaritouristen scheuen sie die Nähe zum Safarifahrzeug nicht. Auch wenn nur wenige Meter dazwischen liegen, gehen die Elefanten Ihrem gewöhnlichen fressen, wandern und im Wasser plantschen nach.

 

 

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