Hadzabe Buschmänner

Hadzabe – Das Volk der Jäger und Sammler

Das Nomadenvolk der Hadzabe ist eine Volksgruppe in Tansania. Ihre Population wird heute auf etwa 700 bis 800 Menschen geschätzt. Sie sind sehr naturverbunden und leben heute fast genau so wie ihre Vorfahren vor zehntausend Jahren. Der Christianisierung sowie allen Versuche der Umzusiedeln und Vertreibung haben die Hadzabe bisher erfolgreich standgehalten. Doch ist ihre Lebensweise durch den stetigen Bevölkerungswachstum und den Tourismus erneut in Gefahr. Durch Besuche von Touristen bei den Nomaden ist die ursprüngliche Lebensweise der Hadzabe Einflüssen der modernen Welt ausgesetzt.

Reisetipp: Besuch der Hadzabe Buschmänner und der Datoga

Wo leben die Hadzabe?

Die Hadzabe leben in Tansania, am Rande der Serengeti. Sie ziehen durch die Dornbuschsavanne südwestlich des Ngorongoro-Kraters rund um den Eyasisee. Das Buschland im Nordosten Tansasias ist schwer zugänglich, sehr trocken und kaum fruchtbar. Dennoch haben die Hadzabe in den letzten 50 Jahren fast 90 Prozent ihres ursprünglichen Territoriums eingebüst.

Reisetipp: Bei uns kannst Du Tansania-Safaris direkt buchen!

Hadzabe – Jäger- und Sammlervolk

Die Hadzabe leben vom Jagen und Sammeln. Die Männer machen mit Pfeil und Bogen Jagd auf Schlangen, Warzenschweine, Antilopen, Affen und Vögel. Nur Hyänen werden nicht gejagt. Stirbt ein Hadzabe wird dieser in einem Busch abgelegt, wo er nach dem Weiterzug der Gruppe von Hyänen gefressen wird. Die Hadzabe glauben, dass ihre Verstorbenen in diesen Tieren weiterleben, weshalb sie von den Jägern verschont werden. Früher gehörte auch Großwild, wie Giraffen oder Nashörner, zu den Beutetieren der Hadzabe. Doch sind diese heute entweder aus dem Lebensraum der Hadzabe verschwunden oder sie unterliegen einem strikten Jagdverbot. Frauen und Kinder sammeln Beeren und Früchte und graben nach Wurzeln. Die Hadzabe haben keine Rangordnung, doch können sich besonders gute Jäger aus der Gruppe hervortun. Gute Jäger sind bessere Partner für die Frauen der Gruppe, da sie das Überleben sichern. Da nur Männer, die sich an der Jagd beteiligen, eine Partnerin erhalten, gibt es keine männliche Hadzaben, die nicht jagen gehen.

Leben ohne Plastik

Plastik ist den Hadzabe unbekannt. Sie sind eine der letzten Volksgruppen, die noch Steinwerkzeuge verwendet. Ihre Pfeile werden in einem aufwendigen Fertigungsprozess hergestellt. Für jede Wildart wird ein eigener Pfeil gehämmert, der mit dem tödliche Gift aus der Wüsenrose eingerieben wird. Die Frauen verwenden einen angespitzten Grabstock aus Holz. Das Volk ist perfekt an die natürlichen Gegebenheiten ihrer Umwelt angepasst. Sie essen nur das, was die Natur ihnen bietet und beziehen auch ihre Medizin aus den natürlichen Ressourcen. Das Wissen über die Jagd und die Heilkräfte der Natur wird jeweils an die nächste Generation weitergegeben.

Ein Busch ist das Haus

Die Hadzabe sind nicht sesshaft. Sie ziehen in Gruppen von bis zu 50 Erwachsenen und ihren Kindern durch den Busch. Aus dem was sie im Busch finden, errichten sie sich ihre Lagerstätten. Mit Zweigen und Grasbüscheln bauen sie sich ein Dach über dem Kopf. Zuständig für den Bau der einfachen Behausungen sind die Frauen. Pfeil, Bogen und Grabstöcke sind meistens die einzigen Besitztümer der Menschen. Gelegentlich betreiben die Männer Handel mit anderen Hadzabe-Gruppen.

Klicklaute zur Verständigung

Die Sprache der Hadzabe weist Ähnlichkeiten mit den Khoisan-Sprachen auf. Ihre Sprache hat sich allerdings isoliert entwickelt und ist mit keiner anderen Sprache der Welt verwandt. Sie verwenden zur Verständigung Schnalz- und Klicklaute, die aus einem umfangreichen Repertoir bestehen.

(Visited 73 times, 1 visits today)